Jahreshauptversammlung 2022 der Kreisjägerschaft Eiderstedt

 

Der Naturerlebnisraum Katinger Watt, das Wiesenvogelschutzprojekt, Kitzrettung per Drohne und aktuelle Änderungen bei Vorschriften zur Jagd waren die beherrschenden Themen auf der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Eiderstedt am 15. Juni 2022. 

 

Dr. Hauke Peters als 1. Vorsitzender begrüßte rund 50 Jäger im Eiderstedter Krog in Tating. Das Gedenken an die Verstorbenen und die Ehrungen langjähriger Mitglieder bildeten den zum Teil von den Bläsern umrahmten stimmungsvollen Auftakt. 

 

Eines der wichtigsten Themen für die Kreisjägerschaft, die Zukunft des Naturerlebnisraums Katinger Watt, wurde diskutiert. Die gegenwärtigen Verträge für die Nutzung der Flächen laufen noch bis 2029. Gleichzeitig stehen größere Investitionen an, etwa für den Keschersteg und ein Spielgerät. Diese Investitionen sollen so lange zurückgestellt werden, bis über eine Weiterführung des Naturerlebnisraums über 2029 hinaus Einigung erzielt wurde. Die Gespräche dazu beginnen derzeit. 

 

Stefan Gülck, der Vizepräsident des Landesjagdverbandes, berichtete über den Stand des Wiesenvogelschutzprojektes. Ab dem 1. Juli 2022, nach Ende der Brutsaison, können die vom Projekt finanzierten Fallen und Kunstbaue dann eingebaut werden. Ziel ist es, den Bestand an Wiesenvögeln wieder zu erhöhen. Dazu wurde diskutiert, ob die als nicht-jagdliche Maßnahme eingesetzten Prädatorenschutzzäune nicht eher kontraproduktiv seien. So ist zu beobachten, dass Greifvögel die Zaunpfähle als Ansitz nutzen und von dort aus starten und Jungvögel schlagen. Die Stiftung Eiderstedter Natur kennt die Bedenken und hat auf die starken Zaunpfähle jeweils Nägel eingeschlagen, um den Greifen das Sitzen zu erschweren. 

 

Kreisjägermeister Thomas Carstensen bewertete die ausgestellten Gehörne, wobei er einige interessante Details hervorhob. Er berichtete auch von großen Erfolgen der Kitzrettung per Drohne. Er ordnete diese Leistung der Jäger auch in den gesetzlichen Kontext ein. So ist es Aufgabe der Landwirte, bestmöglich dafür zu sorgen, dass beim Mähen kein Wild zu Schaden kommt. Der Auftrag an die Jäger ist dabei ein guter Weg, um dieser Verpflichtung aus dem Tierschutzgesetz nachzukommen. Oft werden Drohen aus diesem Grund auch bereits von Jagdgenossenschaften mitfinanziert. Auch die Einbindung der Kommunen ist hilfreich, etwa wenn die Drohnen auch der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Dadurch ergeben sich nicht nur Möglichkeiten der gemeinsamen Finanzierung, sondern auch des Einsatzes außerhalb der Rehkitzrettung im Frühjahr.

 

Stefan Gülck wies noch einmal darauf hin, dass ab 2023 die Verwendung bleihaltiger Munition in der Nähe von Feuchtgebieten vollständig verboten ist. Selbst das Mitführen bleihaltiger Patronen könnte schon die waffenrechtliche Zuverlässigkeit betreffen. Dabei sei zu erwarten, dass der Begriff Feuchtgebiet sehr eng ausgelegt werde, somit also auf Eiderstedt gar keine Jagd mit bleihaltiger Munition mehr zulässig sein könnte. Er sagte, dass Jäger rechtzeitig klären sollten, ob ihre Flinten für den Einsatz bleifreier Schrote geeignet seien. Das Aus für die Bleimunition betrifft auch die Schießstände, die saniert und umgebaut werden müssen. Hier ist der LJV wegen einer finanziellen Unterstützung in Gesprächen mit dem Land. 

 

Thomas Carstensen berichtet, dass die neue Tierschutzhundeverordnung in Kraft getreten ist. Dies bedeutet auch, dass bei Jagdhunden Erziehungsmethoden unter Einsatz von Schmerz nicht zulässig sind. Stachelhalsbänder oder Würgehalsbänder sind ebenfalls nicht erlaubt. Auch hier sieht der Gesetzgeber erhebliche Strafen bei Verstößen vor. 

 

Der Kreisschießobmann Christian Hoberg berichtet, dass nach den Einschränkungen durch Corona die Schießaktivitäten wieder starteten. So wurde der 6 Mann-Pokal ausgeschossen. Es traten zehn Hegeringe an, Sieger wurde Tetenbüll vor Tating und Garding. Als bester Flintenschütze wurde Hartmut Fuchs geehrt, als bester Kugelschütze Hans-Kristian Sierk. Hans-Kristian Sierk wurde auch Kreismeister. Die bronzene Nadel für seine Schießleistungen erhält Dr. Hauke Peters. 

 

Hundeobfrau Sonja Deblitz teilte mit, dass das Hundeüben im Katinger Watt nach Absprache mit dem Forst wieder möglich ist. Auch wies sie darauf hin, dass der Jagdhundeentschädigungsfonds nur dann Hundehalter nach einem Jagdunfall ihres Hundes unterstütze, wenn diese Mitglied im LJV sind, der Hund nicht älter als zehn Jahre ist und für die Jagdart, bei der er verunfallte, auch ausgebildet und geprüft ist. 

 

Die Kassenlage der Kreisjägerschaft ist sehr solide. Im vergangenen Jahr wurden hohe Zuschüsse für die Hegemaßnahme Graureiherhorst in Garding aufs Konto gebucht. Diese flossen Anfang 2022 ins Projekt, darunter alleine rund 15.000 Euro aus der Jagdabgabe. Dies ist die größte Einzelmaßnahme, die je aus diesem Topf unterstützt wurde. Knut Hartwig und Ranjet Biermann hatten dies organisiert. Reinhard Lucassen und Christian Hohberg hatten zweckgebundene Spenden für das Katinger Watt erbeten, hier wurden für das Jahr 2022 bereits mehrere höhere Beträge zugesagt. Die Kassenprüfer hatten alle Belege geprüft und die Kasse für einwandfrei geführt befunden. Der Vorstand wurde auf ihren Antrag entlastet. 

 

 

LJV bietet Web-Seminar zum Waffenrecht

 

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein bietet für seine Mitglieder ein Web-Seminar zum Thema Waffenrecht aktuell an. Es findet am 5. Mai 2022 von 19.00 bis 21.00 Uhr statt, die Teilnahme kostet 10 Euro. Hier der Link zur Seite des LJV und zur Anmeldung: https://ljv-sh.de/event/web-seminar-waffenrecht-aktuell-05-05-2022/

 

So beschreibt der LJV das Seminar:

Jägerprüfung bestanden – wie nach bestandener Führerscheinprüfung müssen auch Jägerinnen und Jägern stets auf dem Laufenden bleiben, um nicht, wie im Straßenverkehr, über Rot zu fahren und den „Lappen“ zu verlieren. Der mit dem „Grünen Abitur“  hart erarbeitete Jagdschein kann schon bei einem ersten Verstoß gegen waffenrechtliche Vorschriften schnell entzogen werden – auch dann, wenn sich Waidfrau oder Waidmann über Jahre und Jahrzehnte rechtstreu verhalten hatten. Dieses Online-Seminar bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Überblick zu aktuellen Thematiken und Neuerungen im deutschen Waffenrecht. Die Referenten werden aktuelle waffenrechtliche Themen wie den Einsatz von künstlichen Lichtquellen erklären, das richtige Mitführen von Messern darstellen und auch für Detailfragen zur praktischen Umsetzung der oftmals komplizierten Vorgaben zur Verfügung stehen.

Das Web-Seminar findet via Webex statt. Der Link für die Teilnahme wird nach Ablauf der Anmeldefrist an alle Teilnehmer verschickt.

 

Die Referenten:

 

Olaf Weddern
Erster Polizeihauptkommissar und Ausbilder für Jagdaufseher beim LJV SH,
Dozent für Waffenrecht, Umweltrecht und Verkehrsrecht an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Schleswig-Holstein, Fachbereich Polizei

 

André Busche
IHK-Sachverständiger und Fachbuchautor,
Dozent für Waffenrecht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und
der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Schleswig-Holstein, Fachbereich Polizei

 

Wiesenvogelschutzprojekt startet - Erste Fallen ausgeliefert

 

Am 23. Februar 2022 wurden die ersten Fallen und Kunstbaue für das Wiesenvogelschutzprojekt auf Eiderstedt ausgeliefert. Wegen der nassen Böden konnten nur wenige direkt verbaut werden, die meisten wurden zunächst gelagert und werden bei besserer Witterung dann an ihre vorgesehenen Standorte gebracht.

 

 

Landwirte zum Anbau von „Bunter Biomasse“ gesucht

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. ist einer der Kofinanzierer im Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“. Im Rahmen der "Niederwild Initiative Schleswig-Holstein" werden nun Landwirte in Schleswig-Holstein gesucht, die bereit sind, einen kleinen Teil ihrer Maisanbaufläche durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen zu ersetzen. Die Betriebe erhalten über das Projekt einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten. Ein deutliches Plus an Biologischer Vielfalt und einen bedeutenden Imagegewinn für die Landwirtschaft bietet das Projekt zum Nulltarif.

Mehr dazu finden Sie hier.